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Geschäftsstelle Verband der Restauratoren e.V.
Tel. +49 (0)228 9268970
info(at)restauratoren.de
Aktuelles aus der Fachgruppe Musikinstrumente
Tagung und Fachgruppentreffen
Am 12. und 13. Mai 2011 findet im Händel-Haus in Halle (Saale) die internationale Fachtagung "Ingenieurwissenschaftliche Analyse und Beschreibung von Musikinstrumenten" statt.
Informationen zur Tagung
Anschließend (ab Freitagnachmittag) wird den Mitgliedern der Fachgruppe Musikinstrumente im VDR ein internes Programm mit Depotbesichtigung und Fachbeiträgen angeboten.
Informationen zum FG-Treffen unter restaurierung(at)haendelhaus.de
Bildnachweis: Händel-Haus in Halle; Foto Horst Fechner
Fachgruppentreffen in Basel
Vom 19. bis 22. Mai 2010 traf sich die VDR-Fachgruppe der Restauratoren für Musikinstrumente in Basel. Auf dem Programm stand unter anderem ein Besuch der Musikinstrumentensammlung des Historischen Museums Basel und dessen Depot mit den Restaurierungswerkstätten.
Bei einer Führung durch die Schola cantorum basiliensis (Baseler Musikhochschule) erfuhren die Restauratoren, wie in Forschungsprojekten Kopien von Barockinstrumenten entstehen und von Studenten zum Üben genutzt werden. In verschiedenen Kurzreferaten und Fachdiskussionen wurde auch immer wieder über ethische Fragen - "spielbar oder nicht spielbar restaurieren?" - diskutiert. Zum Abschluss besichtigte die Gruppe das Museum für Mechanische Musikinstrumente in Seewen.
Bericht des FG-Treffens von Vera de Bruyn (pdf; 418 KB)
Fachgruppentreffen der Restauratoren für Musikinstrumente im VDR vom 24. bis 26. April 2008 in Eisenach
Ein Bericht von Sabine Hoffmann
Zum Auftakt stellte uns Wolfgang Wenke die drei in der Wartburg befindlichen Instrumente aus dem 15. und 16. Jh. vor: Eine Gotische Harfe aus Tirol, deren zugeschriebener Erstbesitzer der Minnesänger Oswald von Wolkenstein war, eine Quinterne (eine frühe Art der Diskant-Laute) von Hans Ott in Nürnberg und eine Tenor-Laute von Friedrich Pryffer in Bayern. Da die Instrumente allesamt von ihm restauriert worden waren, konnten wir dabei verschiedene Aspekte der Restaurierung von Musikinstrumenten ansprechen: Konservierung oder Restaurierung, Erhaltung eines gewachsenen Zustandes oder Rückbau in einen früheren, ursprünglicheren Zustand.
Die anschließende Besichtigung der Wartburg war eine schöne Einstimmung auf die folgenden zwei Tage: Mit dem Rittersaal aus dem 12. Jh. beginnend, leitete uns die Führung über drei Stockwerke auf einen Gang durch die 800-jährige Geschichte, welche im 19. Jh. vor allem von Moritz von Schwind in vielen Sälen dargestellt wurde. Über die Elisabeth-Kemenate und die Luther-Stube im Festsaal angekommen, konnten wir erfahren, dass die ehemals flache Decke zur Verbesserung der Akustik auf Empfehlung von Richard Wagner und Franz Liszt durch eine trapezförmige Kassettendecke ersetzt wurde. So sind wir mit dem Betreten dieses begehbaren Resonanzraumes in unserem Element angelangt: Der Beschäftigung mit Klangkörpern.

Die Fachgruppe Musikinstrumente bei einem Stadtrundgang durch Eisenach, geführt von Wolfgang Wenke
Sehr anregend war auch die Besichtigung des mit einem modernen Anbau von Berthold Penkhues erweiterten, 2007 neu eröffneten und sehr gut besuchten Bachhaus Eisenach. Der Direktor Jörg Hansen erläuterte uns im Rahmen seiner herzlichen Begrüßung sein Ausstellungskonzept, das sich auch auf einen großen Tourismusandrang einstellen müsse.
Im Vordergrund steht dabei erkennbar das Leben und Wirken von Johann Sebastian Bach, unter anderem dargestellt durch ein "Begehbares Musikstück", eine Installation des Berliner Regisseurs Marc Tamschick. Kein Wunder also, dass verschiedene Instrumente ins Depot gekommen sind, während das durch die Gerichtsmedizinerin Caroline Wilkinson rekonstruierte Bach-Antlitz für die Sonderausstellung „Bach im Spiegel der Medizin“ einen gesamten Raum erhält. Der wissenschaftliche Mitarbeiter und Museumspädagoge Uwe Fischer übernahm die Führung durch das Museum und die Vorführung der spielbaren Instrumente. Weitere interessante Instrumente wie zum Beispiel das thüringische Cembalo, das einen zweiten Resonanzboden im Stimmstockbereich hat, oder das bundfreie Pedalclavichord, ein spätes sächsisches Exemplar, konnten wir dabei in Ruhe im Depot studieren und vor Ort darüber sprechen.
Für die eigentliche Tagung wurde uns dankenswerterweise ein Vortragsraum vom Bachhaus zur Verfügung gestellt. Ein neues Vortrags-Format wurde ausprobiert: 10 Minuten Vortrag mit fünf Minuten Diskussion. Dadurch war eine große Anzahl und Vielfalt an Themen geboten. Die Vorstellung von Diplomarbeiten, von diversen Restaurierungsarbeiten oder -absichten, von größeren und übergreifenden Projekten … Der gewählte Viertel-Stunden-Takt schien sehr geeignet, über laufende Arbeiten und Projekte unterschiedlichster Art zu informieren, und somit den fachlichen Austausch anzukurbeln, was sich letztendlich auch in angeregten bis eindringlichen Diskussionen zeigte. Dieses Format ist auch für die Zukunft wünschenswert – vorausgesetzt, jeder Vortragende hält sich mit Rücksicht auf die Nachfolgenden an die Zeitvorgabe.
Unsere letzte Station war Sondershausen mit einem Besuch des Schlossmuseums. Eine besonders schöne und anschauliche Einführung in die Geschichte des Hauses Schwarzburg, der Regional- und der Musikgeschichte erhielten wir bei einem Rundgang mit der Museumsdirektorin Christa Hirschler. Nach der Besichtigung der berühmten goldenen Kutsche mit Sechsergespann hatten wir Gelegenheit die Instrumente, die sich im Laufe der Jahrhunderte angesammelt haben, aus der Nähe zu sehen. Besonders beeindruckend war dabei die Gruppe der etwa zwei Meter langen Kontrabassdulziane und -fagotte, das weitgehend unberührt gebliebene, um 1690 in Breitenbach gebaute Harras-Cembalo, dessen stark überarbeitetes Pendant als „Bach-Cembalo“ im Berliner Musikinstrumenten-Museum aufbewahrt wird, und die Wiener Hammerflügel von Matthäus Andreas Stein und Joseph Brodmann.
Insgesamt war das Fachgruppentreffen eine gelungene Mischung aus Anregungen durch Besichtigungen und Austausch mit den Kollegen. Wir haben viele interessante Instrumente gesehen, die nicht isoliert in reinen Musikinstrumenten-Sammlungen nebeneinander aufbewahrt werden, sondern sich als Teil einer lebendigen Vergangenheit in einer historischen Umgebung befinden. Hier gilt unser Dank ganz besonders dem Restaurator Wolfgang Wenke, dies schon bei der Programmauswahl berücksichtigt zu haben. Er stellte außerdem seine Werkstatt für die Versammlungen bereit und sorgte durch seine Gastfreundschaft für eine freundliche Atmosphäre. Unser besonderer Dank gilt aber auch der Fachgruppensprecherin Sabine Scheibner, die mit der umsichtigen Organisation und der Repräsentation der Gruppe vor Ort zum Gelingen des Treffens beigetragen hat.
