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Aktuelles aus der Fachgruppe Kunsthandwerkliche Objekte
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Freitag 15. Juni 2012
"Tischlein deck' dich"

Die Tagung über Tafelkultur ist eine Kooperation zwischen der Fachgruppe Kunsthandwerkliche Objekte im VDR und der Bayerischen Schlösserverwaltung. Sie findet am 15. und 16. Juni 2012 in Schloss Höchstädt in Bayern statt.
weitere Informationen
"Aus Bruchstücken rekonstruiert: Ein Elfenbeinkästchen der Gothaer Kunstkammer"
Ein Bericht von Dipl.-Restauratorin Annina Seele M.A. (pdf; 6,6 MB)
Bericht vom Symposium "Elfenbeinrestaurierung"am 22. und 23. Juni 2007 im Elfenbeinmuseum Erbach und im Hessischen Landesmuseum Darmstadt
Am Freitag, dem 22. Juni 2007, begann das FG Symposium zum Thema "Elfenbeinrestaurierung“ mit einer Führung und ausführlichen Erläuterungen durch Helmut Jäger im Deutschen Elfenbeinmuseum in Erbach, das im vergangenen Sommer nach Erneuerungsarbeiten wieder eröffnet worden war.
Neben Objekten europäischer und asiatischer Herkunft wird an einzelne herausragende Erbacher Künstlerpersönlichkeiten erinnert, sowie anschaulich die „Elfenbeinindustrie“ in Erbach und der Einsatz von Ersatzmaterialien schon zu Anfang des 20. Jh. gezeigt. Nicht zu vergessen eine Würdigung von Graf Franz Ferdinand zu Erbach-Erbach, der Ende des 18.Jh. die Elfenbeinschnitzerei als Broterwerb für seine Landeskinder nach Erbach gebracht hatte und sich auch selbst als Schnitzer betätigt hat, wie einige Objekte zeigen.
Nach der Mittagspause näherten wir uns dem Material zuerst theoretisch in einer sehr anschaulich präsentierten Materialschau im Museum und danach praktisch, indem wir Beinmaterial verschiedenster Herkunft im wahrsten Sinne des Wortes begreifen und untersuchen konnten, immer begleitet von Helmut Jäger, der aus seinem großen Erfahrungsschatz berichtete.
Zum geplanten „Selbst-Hand-anlegen“ kamen wir aus Zeitmangel nicht mehr, die Fragen waren zu zahlreich. (Als Ersatz für die zu kurz gekommene Praxis ist ein extra „Schnitzworkshop“ angedacht.) Der Tag endete mit einem Fachgruppentreffen und gemütlichem Ausklang in Darmstadt, wo das Symposium mit Vorträgen im Hessischen Landesmuseum am Samstag fortgesetzt wurde.
Angela Busch, M.A., Johann–Gutenberg-Universität Mainz, zeigte in ihrem Referat die vielfältige Verwendung von Elfenbein im alten Ägypten – als Material für Objekte, bemalt, vergoldet, gefärbt oder als Verzierungsmaterial für diverse Gegenstände.
Dipl.-Restauratorin Barbara Häcker, Berlin, berichtete über die Ergebnisse ihrer Diplomarbeit zum Thema „Lichtalterung von Elfenbein“ und welche Konsequenzen sich für die Lagerung und Präsentation der Objekte daraus ergeben.
Dr. Astrid Scherp, Bayerisches Nationalmuseum München, stellte Herzog Maximilian I. von Bayern als Elfenbeindrechsler vor und den Mailänder Künstler Giovanni Ambrogio Maggiore als seinen Lehrmeister, was durch Maß– und Stilvergleiche belegbar ist.
Ein Doppelreferat der Dipl.-Restauratorinnen Annika Dix, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, und Sabine Schwab, Museumslandschaft Hessen – Kassel, öffnete für uns die Schatzkammer der Fürsten Esterhàzy auf Burg Forchtenstein mit einem großen Bestand an filigranen Bein– und Elfenbeinobjekten und den Schwierigkeiten und Erfahrungen bei der Restaurierung dieser bis jetzt unbekannten Kunststücke.
Dipl.-Restauratorin Sigrun Thiel, Historisches Museum der Pfalz, Speyer, war im Rahmen ihrer Diplomarbeit dem Phänomen der Kristallbildung auf Elfenbeinminiaturen nachgegangen und hatte herausgefunden, dass keine Vorbehandlung des Materials, sondern nur die zu feuchte Lagerung die Bildung von Magnesiumphosphatkristallen verursacht.
Den Abschluss machte Sabine Schwab mit einem zweiten Referat, in dem sie über 12 Jahre Erfahrung mit Elfenbeinobjekten im „Grünen Gewölbe“ in Dresden berichtete und viele Tipps und Anregungen aus der Praxis weitergab.
Der Anlass zu der Veranstaltung war die bevorstehende Schließung des HLMD, wodurch die mittelalterliche Elfenbeinsammlung für Jahre in Darmstadt nicht zugänglich sein sondern auf Europareise gehen wird. Wie immer war nach den Vorträgen viel zu wenig Zeit, um alle Objekte ausführlich zu besprechen und unsichere Materialbestimmungen zu diskutieren. Für ein Tragaltärchen konnten aber Walwirbelknochen als Herstellungsmaterial bestimmt werden, eine Information, die in den Bestandskatalog dieses Objektes einfließen wird.
Die positive Resonanz der Veranstaltung freute uns und bestärkt uns darin, Workshops dieser Art zu wiederholen.
Claudia Magin, Sprecherin der FG Kunsthandwerkliche Objekte
