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Geschäftsstelle Verband der Restauratoren e.V.
Tel. +49 (0)228 9268970
info(at)restauratoren.de
Sprecher der Fachgruppe Gemälde
Anne Levin Dipl.-Rest. (Vorsitzende)
Klassik Stiftung Weimar
Burgplatz 4
99423 Weimar
Tel.: 03643/545673
E-Mail: Levin_VDR(at)gmx.de
Abgeschlossene Lehre als Druckvorlagenherstellerin im Keramikbereich, Vorpraktika in verschiedenen Restaurierungswerkstätten in Berlin und Potsdam, 1999-2004 Studium an der HfBK Dresden im Fachbereich Gemälde und moderne Materialkonstruktionen, 2004–2008 tätig als freiberufliche Gemälderestauratorin, vorrangig in Thüringen, seit Juli 2008 Anstellung als Gemälderestauratorin bei der Klassik Stiftung Weimar.
Ellen Hanspach Dipl.-Rest.
Zentrale Restaurierungswerkstätten der Museen der Stadt Erfurt
Hospitalplatz 15
99084 Erfurt
E-Mail:
hanspach_vdr(at)t-online.de
2001–2006 Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Dresden im Fachbereich für gefasste Holzoberflächen. Von 2006–2009 Andrew W. Mellon Fellowship für moderne und zeitgenössische Kunst an der Menil Collection, Houston, Texas. 2009–2010 Anstellung bei Whitten and Proctor Fine Art Conservation in Houston. Seit 2010 auf Projektbasis an der Klassik Stiftung Weimar.
Kirsten Hinderer Dipl.-Rest.
Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
Tel.: 0511/9807631
kirsten_hinderer(at)yahoo.de
Studienabschluss in der Fachrichtung “Restaurierung von Gemälden und gefassten Skulpturen” an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart 1998, Werkverträge an Museen in Karlsruhe, Berlin und Norwegen, freie Mitarbeit in Werkstätten in Köln, Fulda und Kiel. Seit 2002 am Landesmuseum Hannover – Fachbereich Landesgalerie.
Vorstellung des Fachgebietes
FAQ: Häufig gestellte Fragen an die Gemälderestauratoren
- Wie wird man Gemälderestaurator/Gemälderestauratorin?
- Wie ist die Vorgehensweise bei einer bevorstehenden Restaurierung?
- Woraus besteht ein Gemälde?
- Wie werden Gemälde unterschieden? Gibt es Besonderheiten?
- Wie wird ein Gemälde untersucht?
- Was bedeutet Gemälderestaurierung?
- Was sind die Tätigkeitsfelder von Gemälderestauratoren?
Wie wird man Gemälderestaurator/Gemälderestauratorin?
Die Restaurierung von Gemälden hat eine sehr lange Tradition und ist einer der ältesten Fachbereiche. Während früher eine handwerkliche Berufsausbildung Voraussetzung für den Restauratorenberuf war, wird der Beruf heute an Hochschulen gelehrt. So war beispielsweise der erste Studiengang in Deutschland „Restaurierung von Gemälden“ in Stuttgart der Vorreiter für andere
Hochschulen und weitere
Fachbereiche. Heutzutage ist ein Studienabschluss erforderlich.
Wie ist die Vorgehensweise bei einer bevorstehenden Restaurierung?
Das Gemälde wird auf seine Technik, seinen Erhaltungszustand und die entstandenen Schäden untersucht. Offene Fragen zur Entstehung, dem Künstler, der Maltechnik als auch zu möglichen Restaurierungsmethoden müssen recherchiert werden. Darauf aufbauend werden zu verwendende Materialien ausgesucht und geeignete Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt. Die einzelnen Arbeitsschritte und Befunde werden fotografisch festgehalten und schriftlich dokumentiert.
Woraus besteht ein Gemälde?
Der Betrachter sieht in erster Linie die Oberfläche des Bildes. Dieser Eindruck entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel unterschiedlicher Komponenten.
Als Bildträger dienen Holz, Karton, Metallplatten, verschiedene Gewebe (z.B. Leinwand, Nessel, etc.), die üblicherweise auf einen Spann- oder Keilrahmen aufgespannt sind. Darauf folgt meist eine Grundierung. Darüber liegt eine Malschicht, bestehend aus Bindemittel und Pigment. Deren Auftrag kann mehrschichtig, pastos, glatt, lasierend, deckend, alla prima … sein.
Bindemittel, Pigment und Auftragsart definieren die optische Erscheinung und die physikalischen und chemischen Eigenschaften. Abschließend kann ein Überzug (Firnis) aufgebracht werden.
Wie werden Gemälde unterschieden? Gibt es Besonderheiten?
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Maltechnik verändert. Jede Epoche besitzt ihre typischen Materialkombinationen, aus welchen die Künstler schöpfen. Die Auswahl von Bildträgermaterial, Bindemitteln, Pigmenten und ihrer Verarbeitung führt zu charakteristischen Künstlerhandschriften. Anhand der individuellen Materialzusammensetzung können Gemälderestauratoren Aussagen zur Entstehungszeit und -ort und möglicherweise sogar Künstlerzuschreibungen vornehmen.
Wie wird ein Gemälde untersucht?
Es gibt zerstörungsfreie Methoden (In situ) und solche, für die eine Probe entnommen werden muss. Eine einfache zerstörungsfreie Methode ist die Untersuchung mit der Lupe oder dem Mikroskop. Mit ultraviolettem Licht können materialtypische Fluoreszenzen festgestellt werden. Die Infrarotreflektographie macht Vorzeichnungen sichtbar. Röntgenstrahlen durchleuchten das Werk. Für Materialanalysen (Bindemittel, Pigmente, Holz) ist oft eine Probenentnahme erforderlich.

Detailaufnahme im Auflicht (links), Detailaufnahme mit Infrarotreflektographie (rechts)
Meister der Karlsruher Passion, „Geißelung Christi“, Inv. Nr. 2911, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Aufnahme im Auflicht (links), Aufnahme mit UV-Fluoreszenzfotografie (rechts)
Jacob Gillig, „Fischstilleben“, Inv. Nr. 352, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Was bedeutet Gemälderestaurierung?
Zu den
präventiven Konservierungsmaßnahmen in der Gemälderestaurierung gehören zum Beispiel die Verglasung, die Anfertigung eines Rückseitenschutzes und selbstverständlich die Kontrolle der Umgebungsbedingungen wie Beleuchtung, Klima, Depot etc. Grundlage für alle weiteren Restaurierungsmaßnahmen sind die substanzerhaltenden Maßnahmen.
Unter Fachleuten unterscheidet man zwischen
Konservierung und Restaurierung. Eine substanzsichernde, bzw. konservierende Maßnahmen ist zum Beispiel das Schließen von Rissen im Gewebe, die Verleimung von gebrochenen Holztafeln und die Malschichtfestigung.
Die Abnahme von Firnissen und Übermalungen oder die Kittung und Retusche von Fehlstellen sind Restaurierungsmaßnahmen.

