Sprecher der Fachgruppe Archäologische Objekte

Rolf-Dieter Blumer (Vorsitzender)

rolf-dieter.blumer(at)rps.bwl.de

Ute Meyer-Buhr

Daniela Straub

Vorstellung des Fachgebietes

Restauratoren archäologischer Objekte restaurieren und konservieren Bodenfunde als Zeugnisse von Zivilisationen jeder Zeitstellung und aller Erdteile. Durch restauratorische Maßnahmen wird die historische und ästhetische Aussagekraft der Objekte, die im Fundzustand häufig kaum identifizierbar sind, erschlossen, ohne jedoch die erhaltene originale Substanz zu beeinträchtigen.


Amphora, attisch schwarzfigurig,
ca. 520 v.Chr.

Scherben nach der Reinigung
und vor der Klebung

Amphora nach der Klebung
(Fotos: Stephan Eckardt, Uni Göttingen)

 

Restauratoren des Fachbereichs dokumentieren, restaurieren, konservieren und magazinieren Objekte aus den Materialgruppen Keramik, Glas, Stein, Metall und organische Substanzen. Der Erhaltungszustand archäologischer Objekte ist meist verhältnismäßig schlecht. Aufgrund der Bodenlagerung waren sie stärker als bei einer oberirdischen Lagerung mechanischen, klimatischen und chemischen Einflüssen ausgesetzt, weshalb die Materialien entsprechend stark korrodiert und abgebaut sind.

Die Arbeitsbereiche innerhalb der Restaurierung archäologischer Objekte unterscheiden sich: Restauratoren begleiten Ausgrabungen, um in Zusammenarbeit mit Grabungstechnikern die Funde vor der Bergung zu stabilisieren. Große Fundmengen treten bei Rettungsgrabungen der Landesdenkmalämter zutage und müssen versorgt werden. In den Sammlungen und Museen werden Einzelstücke restauriert und konserviert und in den Schausammlungen präsentiert. Durch die restauratorische Arbeit können in seltenen Fällen Fälschungen oder Funde aus illegalen Raubgrabungen identifiziert werden, die durch naturwissenschaftliche Untersuchungen bestätigt werden können.


Filigranscheibenfibel

in der Fundsituation

und nach der Restaurierung

(Fotos: Bernd Hoffmann-Schimpf, Reiss-Engelhorn-Museen)

Die Betreuung der Objekte in den Magazinen und Schausammlungen sowie der zunehmende Leihverkehr in Zusammenhang mit Sonderausstellungen nehmen die Restauratoren überdies in Anspruch.

Die während der Konservierung/ Restaurierung gewonnenen Erkenntnisse über Herstellungstechniken, Materialeigenschaften und Abbaumechanismen werden mit Archäologen und Naturwissenschaftlern diskutiert und gegebenenfalls weiter untersucht. Dies kann zur Entwicklung neuer oder verbesserter Restaurierungs- und Konservierungsverfahren führen.

Ausbildung

Die Geschichte der Restaurierung archäologischer Objekte reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück, eine geregelte Ausbildung existiert jedoch erst seit ca. 40 Jahren.

Seit 1963 werden am Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz (RGZM) Restauratoren für archäologische Objekte ausgebildet. Voraussetzung ist eine abgeschlossene handwerkliche Lehre; der Abschluss ist staatlich nicht anerkannt. Zurzeit wird mit der Johannes Gutenberg Universität Mainz ein Bachelor-Studiengang "Archäologische Restaurierung" eingerichtet.

Fachhochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin

Werkstatt der Restauratoren für archäologisches Kulturgut

5. Semester bei der Arbeit an den Semesterobjekten

(Foto: Antonia Höhne) 


1989 wurde durch die Einführung des Diplom-Studiengangs Restaurierung archäologischer, kunsthandwerklicher und volks- und völkerkundlicher Objekte" an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (ABK) die Ausbildung auf Hochschulebene angesiedelt.

1993 kam ein weiterer Studiengang für die Restaurierung archäologischer Objekte an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) in Berlin hinzu.

Heute kann man darüber hinaus auch an der FH Erfurt und der TU München sowie an diversen Einrichtungen im Ausland Studiengänge zur Restaurierung archäologischer Objekte absolvieren.

Die Fachgruppe

Mitglieder der Fachgruppe Archäologische Objekte arbeiten als Freiberufler oder als Angestellte in Museen, Universitäten, Denkmalämtern oder bei privaten Firmen. Unter den Fachgruppenmitgliedern sind außerdem einige Naturwissenschaftler und Archäologen sowie Ämter und Museen.Die Fachgruppe sieht ihre Ziele darin, in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für den besonderen Wert des archäologisch überlieferten Kulturerbes zu stärken und für seine konservatorisch-restauratorische Erhaltung einzutreten.  Innerhalb der Fachgruppe soll der Erfahrungs- und Wissensaustausch durch Tagungen, Seminare und Exkursionen sowie durch Artikel in den Publikationen des VDR gefördert werden.Darüber hinaus ist die Fachgruppe bemüht, Kontakte zu anderen Berufsgruppen wie beispielsweise den Präparatoren zu pflegen und zu Restauratoren im Ausland zu etablieren und zu intensivieren.Seit Gründung des VDR 2001 hat die Fachgruppe alle zwei Jahre eine zwei- bis dreitägige fachspezifische Tagung veranstaltet. Tagungsthema in Aschaffenburg 2002 war "Freilegen", in Leipzig 2004 „Schnittstellen in der Archäologie“. In den dazwischen liegenden Jahren hat sich die Fachgruppe mit Vorträgen an dem Programm des Restauratorentages beteiligt.