
Fundschichten
Fachtagung vom 18. bis 21. April 2012 im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne. Frühbuchertarif bis 18. März 2012.
"3 Fragen an Matthias Rummer zur Tagung "Fundschichten"
Matthias Rummer arbeitet seit 1995 als Grabungstechniker am Landesamt für Archäologie in Sachsen und leitet die örtlichen Ausgrabungen. Im VDR ist er Vorsitzender der Fachgruppe Archäologische Ausgrabung.
VDR aktuell: Worum geht es Ihnen bei dieser Tagung?
Rummer: Die Tagung ist Plattform und Treffpunkt für Grabungstechniker und Restauratoren, die archäologisch arbeiten. Wir bieten dieses Format regelmäßig an, um den Austausch unter den Fachleuten zu fördern. In über 20 Vorträgen werden sie Gelegenheit haben, sich zu Ausgrabung, Dokumentation und Restaurierung archäologischer Schichten und Funde sowie über die neuesten Grabungsmethoden zu informieren.
VDR aktuell: Wie wichtig sind technologische Innovationen in der Grabungstechnik geworden?
Rummer: Nach wie vor stehen die Altertümer selbst im Mittelpunkt der Ausgrabungen. Ohne Berührung kann man die Befunde nicht korrekt interpretieren und wir zeichnen auch noch oft von Hand. Aber die Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften ist bei uns, wie in anderen restauratorischen Fachgebieten, von immenser Bedeutung. Aufnahmesysteme wie 3D-Computertomografie und 3D-Laserscanning gehören zu den neuesten bildgebenden Verfahren, die wir auf der Tagung vorstellen werden. Mit diesen geo-physikalischen Methoden können wir im günstigsten Falle Befunde und Funde schon vor der Freilegung orten.
VDR aktuell: Ist der Zeitdruck, unter dem Grabungstechniker stehen, stärker geworden?
Rummer: Sagen wir so: Wir nehmen uns die Zeit die nötig ist. Im Gegensatz zu Forschungsgrabungen, bei denen man keine Kompromisse eingehen sollte, ist der Zeitdruck bei Rettungsgrabungen immer schon hoch gewesen. Es geht ja oft um Grundstücke, die bald bebaut werden sollen. Hier können uns die neuen Methoden helfen.
Die Fachtagung Fundschichten wird veranstaltet von der Fachgruppe Archäologische Ausgrabung mit freundlicher Unterstützung durch den LWL-Archäologie für Westfalen.
Vom 18. bis 21. April 2012 werden etwa 100 Teilnehmer erwartet, diesmal im Herzen des Ruhrgebiets. Tagungsort wird das
LWL-Museum für Archäologie in Herne mit seinen modernen Tagungsräumen und Sammlungen sein. Mehr als 20 Vorträge informieren über Ausgrabung, Dokumentation und Restaurierung archäologischer Schichten und Funde von bronzezeitlichen Kampfplätzen, ältesten Glashütten, Höhlen im In- und Ausland, Brunnen, Feuchtbodensiedlungen, Flächengrabungen und Tells.
Vorgestellt werden auch modernste Methoden, wie zum Beispiel geoelektrische Computertomographie von Bodendenkmalen. Zwei Workshops bieten die Möglichkeit sich in den Themen Bodenkunde und Gefährdungsanalyse fortzubilden. Das Rahmenprogramm bietet Führungen durch das LWL-Museum für Archäologie, zu archäologischen Denkmalen der Umgebung und durch die Stadt Herne. Darüber hinaus berichtet ein öffentlicher Abendvortrag über die Erforschung einer spät jungsteinzeitlichen Kollektivgrabnekropole in Nordrhein-Westfalen.
Tagungsankündigung (pdf; 131 KB)
Programm (pdf; 207 KB)
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